10. Kapitel: DIE HÖLLE |
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Zur ganzen Wahrheit des Evangeliums gehört auch die reale Möglichkeit einer ewigen Verdammnis. Nicht umsonst hat Jesus eindringlich von der Hölle gesprochen. Die Bergpredigt beispielsweise besteht keineswegs nur aus Seligpreisungen. Vielmehr enthält sie auch sehr ernste Warnungen. So sagt Jesus: „Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.” (Mt 5,29) Und etwas später: „Geht hinein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor, und breit ist der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die hineingehen auf ihm.” (Mt 7,13) Die Existenz der Hölle ist sicheres Glaubensgut. „Die Lehre der Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert. Die Seelen derer, die im Stand der Todsünde sterben, kommen sogleich nach dem Tod in die Unterwelt, wo sie die Qualen der Hölle erleiden, das ewige Feuer.” (KKK 1035) Genau wie die Liebe, so hat nämlich auch die verneinte Liebe einen endgültigen Charakter. Eine verdammte Seele weiß, dass sie ein unendliches Gut verloren hat und jede Möglichkeit, jemals in seinem Besitz selig zu werden. Daraus folgen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. So sagt der Katechismus: „Die schlimmste Pein der Hölle besteht in der ewigen Trennung von Gott, in dem allein der Mensch das Leben und das Glück finden kann, für die er erschaffen ist und nach denen er sich sehnt.” (KKK 1035) Niemand in der Hölle kann sich entschuldigen, denn Gott, der will, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen” (1 Tim 2,4), hat auch ihnen alles Nötige angeboten, aber sie haben nicht gewollt [vgl. Mt 23,37]. Jeder weiß ganz genau, wie viele Gnaden er im Leben bekommen und verschmäht hat, und der ‚Wurm des Gewissens’ wird in Ewigkeit nicht sterben [vgl. Mk 9,48]. Weil der naturhafte Drang der Seele nach Gott bleibt, ihr Wille aber ganz von Gott wegstrebt, so ist es, als ob sie sich selbst zerreißt. Sie hat die Fähigkeit zu lieben verloren und kann nur noch hassen. Auch vor sich selber kann sie nicht mehr fliehen. Einmal wurde in einer Vision der hl. Schwester Faustyna die Hölle gezeigt. Nach einer eindrücklichen Schilderung bemerkt sie in ihrem Tagebuch: „Was ich niedergeschrieben habe, ist ein karger Schatten der Dinge, die ich sah. Eines konnte ich bemerken, dort sind meistens Seelen, die nicht an die Hölle geglaubt hatten.” (Nr. 741) |
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