8. Kapitel: LICHT UND FINSTERNIS
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Vor allem im Evangelium nach Johannes spielt die Symbolik von Licht und Finsternis eine wichtige Rolle. Im Gespräch mit Nikodemus sagt Jesus: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt gerettet werde durch ihn. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet ... Das aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht.” (Joh 3,16 - 19) Später nennt Jesus sich selbst das „Licht der Welt” (Joh 8,12). Und Johannes schreibt: „Das ist die Botschaft, die wir gehört haben von ihm und euch verkünden: Gott ist Licht, und Finsternis ist nicht in ihm.” (1 Joh 1,5) Das natürliche Licht der Sonne ist nur ein schwaches Abbild der göttlichen Herrlichkeit. Sehr schön drückt dies der hl. Franziskus in seinem Sonnengesang aus: „Sei gelobt, mein Herr, mit all Deinen Kreaturen. Sonderlich mit der hohen Frau, unserer Schwester, der Sonne, die den Tag macht und mit ihrem Licht uns leuchtet, wie schön in den Höh’n und prächtig in mächtigem Glanze bedeutet sie, Herrlicher, Dich!” Wie das Auge gemacht ist für das Licht der Sonne, so ist der Mensch geschaffen und befähigt für das göttliche Licht. So schreibt der hl. Apostel Petrus: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein geheiligtes Volk, ein Volk, das dazu erworben wurde, damit ihr die Ruhmestaten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat in sein wunderbares Licht.” (1 Petr 2,9) Mit Paulus wollen wir „in Freude Dank sagen dem Vater, der uns befähigt hat, Anteil zu erhalten am Erbe seiner Heiligen im Licht” (Kol 1,12). Wie Gott Licht ist, so ist die Abkehr von Gott Finsternis. Diese Finsternis, die von Gott trennt, heißt Sünde. Weil aber Licht und Finsternis nicht vereinbar sind [vgl. 2 Kor 6,14], muss jeder Mensch sich entscheiden. Die Nachfolge Christi verpflichtet zu einem Leben im Licht, verbunden mit einer klaren Absage an den Satan und an alle Werke der Finsternis. „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben.” (Joh 8,12) Deshalb mahnt der hl. Apostel Johannes: „Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft haben mit ihm, und in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie auch er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.” (1 Joh 1,5 - 7) |
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