18. Kapitel: PRAKTISCHE HINWEISE FÜR ANGEHÖRIGE
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Wenn ein Angehöriger ernstlich erkrankt, soll man möglichst frühzeitig den Priester rufen. So erweist man dem Kranken einen Liebesdienst. Wer dies aus falscher ‚Rücksicht’ unterlässt oder so lange wartet, bis der Kranke das Bewusstsein verloren hat, lädt eine schwere Verantwortung auf sich. Die Erfahrung zeigt, dass nichts einen Kranken besser beruhigen kann als der Empfang der heiligen Sakramente.
Schon wenn man den Priester ruft, sage man ihm, wie der Zustand des
Kranken ist, ob er sich bei Bewusstsein befindet und ob er schlucken kann. Man sollte nach Möglichkeit das Zimmer gut lüften. Neben das Krankenbett stellt man einen Stuhl für den Priester. In der Nähe des Bettes richtet man für den Kranken gut sichtbar einen weißgedeckten (möglichst nicht zu niedrigen) Tisch. Auf dem Tisch muss vorn genügend Platz für das Allerheiligste sein. Hinten steht zwischen zwei brennenden Kerzen ein Kruzifix, davor ein Schälchen mit Weihwasser und ein kleiner Teller mit fünf Wattebäuschen. Für die Reinigung der Finger nach der Krankensalbung stellt man ein Glas mit Trinkwasser, ein Schälchen mit Salz und ein kleines Handtuch bereit. Wird nur die Krankenkommunion, aber nicht die heilige Ölung gespendet, braucht man den Teller mit Watte, das Salz und das Handtuch nicht. Den Priester erwarten Wenn der Kranke den Priester erwartet, möge er sich bemühen, dem Heiland einen möglichst würdigen Empfang zu bereiten. Der Priester sollte im Krankenzimmer eine ehrfürchtige Atmosphäre von gläubiger Erwartung und geistiger Sammlung finden. Genau wie es in der Kirche selbstverständlich ist, heiliges Schweigen zu bewahren und nicht zu plaudern, so soll es auch im Krankenzimmer sein, denn es wird in diesem Moment gleichsam zum Tempel und zum Ort besonderer Gottesnähe. Empfang der Krankensakramente Es ist sehr schön und wünschenswert, wenn möglichst die ganze Familie der Spendung der Sakramente beiwohnt und klar und deutlich die Antworten gemeinsam gibt. Wenn der Priester mit dem Allerheiligsten kommt, sollten die Kerzen schon brennen. Bei seinem Eintritt in das Krankenzimmer knien alle ehrfürchtig nieder. Wenn der Kranke zu beichten wünscht, verlassen sie für diese Zeit den Raum. Unterdessen beten sie für den Kranken. Sobald der Priester die Tür öffnet, kommen alle wieder herein und wohnen kniend der heiligen Handlung bei. Nach der Spendung der heiligen Sakramente
Nachdem der Priester wieder gegangen ist, sollte man den Kranken eine
Weile zur Danksagung allein lassen. Dann erst wird der Tisch abgedeckt. Die
bei der heiligen Ölung benützte Watte wird verbrannt. Das Wasser und das
Salz gibt man im Garten in die Erde. |
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